Haft für Friedensnobelpreisträgerin im Iran

Ein iranisches Gericht hat die Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi zu einem Jahr Haft wegen „Propaganda gegen den Staat“ verurteilt.

Mohammadi müsse wegen „Propaganda gegen das System“ für ein Jahr ins Gefängnis, teilte ihr Anwalt Mostafa Nili heute via X (Twitter) mit. Das Urteil sei mit Mohammadis Aufrufen zum Boykott von Parlamentswahlen, Briefen an schwedische und norwegische Abgeordnete und „Kommentaren über Frau Dina Ghalibaf“ begründet worden.

Die Journalistin und Studentin Ghalibaf war nach Angaben von Menschenrechtsgruppen festgenommen worden, nachdem sie Sicherheitskräften auf Onlineplattformen vorgeworfen hatte, ihr bei einer früheren Festnahme in einer U-Bahn-Station Handschellen angelegt und sie sexuell angegriffen zu haben. Ghalibaf wurde später wieder freigelassen.

Die Menschenrechtsaktivistin Mohammadi, die für ihr Engagement im vergangenen Jahr mit den Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, hatte im März vom Gefängnis aus eine Audiobotschaft versandt, in der sie einen „großangelegten Krieg gegen Frauen“ in der Islamischen Republik Iran anprangerte.